Die Myanmar Stiftung 2017-2026 – Ein Rückblick

Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat die Myanmar Stiftung unzählige Projekte auf den Weg gebracht. Manchmal lohnt es sich, innezuhalten und zurückzublicken – und genau das möchten wir hier tun: Wir lassen die vergangenen zehn Jahre Revue passieren und haben dafür die Höhepunkte aus den Briefen an die Paten der Waisenhäuser und Stipendiaten der Myanmar Stiftung von 2017 bis 2026 zusammengefasst.

Was Ihre Spenden bewirkt haben

Kaum ein Land hat in den vergangenen Jahren so viel durchgemacht wie Myanmar: die Covid-Pandemie, der Militärputsch vom Februar 2021, Bürgerkrieg, das schwere Erdbeben vom März 2025 und die mit allem einhergehenden Versorgungsengpässe und katastrophalen Lebensbedingungen der Menschen. Umso wichtiger ist es einen Rückblick darauf zu geben, was Ihre Spenden in dieser Zeit bewirkt haben. Die kurze Antwort: Sehr viel. Zwischen 2017 und 2025 sind insgesamt rund 420.000 Euro in die Waisenhäuser ACT und Maubin sowie in unser Stipendienprogramm geflossen. Dank unserer Projektleiter Min Min und Saya Moe, die die Projekte seit Gründung der Stiftung im Jahr 2000 betreuen, ist jeder Euro dort angekommen, wo er gebraucht wird.

Heimat für über hundert Kinder – durch alle Krisen hindurch

Im Waisenhaus ACT nördlich von Yangon leben zwischen 70 bis 120 Jungen, die von buddhistischen Mönchen betreut werden. Im katholischen St. Rita’s Boarding Home in Maubin, im Delta des Irrawaddy, sind es zwischen 35 bis 50 Mädchen und Jungen. Ihre Spenden sichern Jahr für Jahr das Fundament: Essen, Kleidung, Unterbringung, Schulgeld, Nachhilfeunterricht und medizinische Versorgung, sowie ärztliche Betreuung. Selbst als die Schulen pandemiebedingt fast zwei Jahre geschlossen waren und nach dem Putsch bedingt durch den Bürgerkrieg der Unterricht immer wieder ausfiel, konnten die Kinder durch Ihre Spenden finanzierter Nachhilfelehrer weiter lernen. Das zahlt sich aus. Ein Beispiel: 2026 wurden mehrere Kinder aus dem ACT Klassenbeste ihres Jahrgangs.

Bildung, die Lebenswege verändert

Seit 2008 finanziert die Stiftung Stipendien für Jugendliche aus den Waisenhäusern – 720 Euro decken ein ganzes Studienjahr inklusive Gebühren, Studienmaterial und Unterbringung. Weit über zwanzig junge Menschen haben so ihren Abschluss geschafft. Aus ihnen sind z.B. Lehrerinnen, Ingenieure, und Krankenhauspersonal geworden. Ohne Ihre Hilfe hätte vermutlich keiner von ihnen studieren können. Dazu kommen Computer- und Nähkurse, die den Kindern praktische Fertigkeiten vermitteln – und in Maubin sogar der ganzen Gemeinde offenstehen.

Welche Investitionen konnten mit Ihren Spenden realisiert werden

  • ACT (2018/2019): Neuer Schlaftrakt, neue Brunnen mit zertifizierter Wasserqualität und neue Toilettentrakte
  • Maubin/ACT (2020): Neubau der Bibliothek in Maubin – heute intensiv genutzt; Bücherei und PC-Räume im ACT
  • Maubin/ACT (2020/2021): Covid-Nothilfe: Hygieneschulungen, Sanitary Kits sowie Sauerstoffgeräte und Schutzmaterial
  • ACT (2021): Restaurierung der Dachverkleidungen nach Monsunschäden
  • ACT (2022): Komplette Renovierung der Küche im ACT – sie ist bis heute in bestem Zustand
  • ACT (2023): Neue Elektroverkabelung, neue Stockbetten und Laptops für die älteren Jungen
  • ACT (2025): Eine eigene Solaranlage – bei nur noch etwa vier Stunden Netzstrom pro Tag und explodierenden Dieselpreisen bedeutet sie verlässliche, nachhaltige Energieversorgung

Hilfe zur Selbsthilfe

Besonders stolz sind wir auf die Projekte, die sich selbst tragen: Der Gemüsegarten des ACT, von einem dort lebenden Gärtner mit seiner Familie bewirtschaftet, versorgt die Küche mit Auberginen, Okra, Brokkoli und mehr – die Überschüsse werden auf dem Markt verkauft, und die Einnahmen kommen wieder den Kindern zugute.

Ehrlich gesagt: Es ist teurer geworden

Die Wirtschaftskrise seit dem Putsch trifft auch unsere Projekte: die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich mehr als verdoppelt, Benzin und Diesel sind knapp und teuer, der Kyat hat massiv an Wert verloren. Die Währungsgewinne konnten jedoch nicht die Inflation auffangen. Auch die Gehälter der Betreuerinnen und Betreuer mussten wir mehrfach anheben, damit sie ihre eigenen Familien versorgen können. Das spiegelt sich in den Kosten pro Kind wider: als wir mit unserer Arbeit 2000 begonnen haben, konnten wir noch mit EUR 120 ein Kind im Jahr finanzieren. In mehreren Schritten haben wir diesen Betrag angehoben: EUR 240, EUR 330 auf inzwischen EUR 360. Aber auch diese Summe reicht nicht mehr, so dass wir mit anderen Spendenmitteln die Lücke füllen müssen. Um dies nicht zu tun, müssten wir eigentlich eine Patenschaft auf EUR 500 anheben. Wir freuen uns über jede Ihrer Spenden egal wie groß diese ist!

Ihre Spenden kommen da an, wo sie dringend gebraucht werden!

Viele Spender fragen uns, ob die Hilfe unter den widrigen Umständen überhaupt noch ankommt. Wir sind nach wie vor in der Lage Geld ins Land zu bringen. Unsere Projektleiter, Min Min und Saya Moe, besuchen die Projekte regelmäßig und überbringen die monatlichen Budgets, sie übergeben den Hilfskräften die Gehälter persönlich und dokumentieren die Übergabe mit Fotos. Der Beirat steht fast täglich mit ihnen im Austausch. Bis auf geringe Verwaltungskosten fließt jede Spende vollständig in die Projekte.

Was in den letzten Jahren erreicht werden konnte, war nur durch Ihre Treue und Spenden möglich. Dafür danken wir Ihnen von Herzen, auch im Namen der Kinder. Bitte bleiben Sie an unserer Seite: Die Kinder brauchen uns mehr denn je.